Nova Scotia Duck Tolling Retriever

von der Lindenfahrt

 

 

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Einkreuzungsprojekt zur Rettung des Tollers

 

Mit dem Kauf eines reinrassigen Tollers erwerben Sie einen Rassehund, der ein höheres Inzuchtniveau als Vollgeschwister aufweist!

 

Aufgrund der dramatischen gesundheitlichen und genetischen Situation beim Toller setze ich mich für die Einkreuzung einer fremden Rasse ein und folge hiermit der Empfehlung von Experten (Genetikern, Zoologen, Biologen, Ministerien etc.).

An dieser Stelle möchte ich die Darstellung meines Zuchtverbandes zitieren (www.toller-club.de):

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Hintergrund:

  • die Rasse leidet unter massivem Genverlust und die Toller sind untereinander näher verwandt als Vollgeschwister!

  • die gesamte Population ist mit erheblichen Autoimmunerkrankungen belastet!
  • der Toller wird nach Aussage von Zoologen, Biologen und Genetikern in absehbarer Zeit aussterben, sofern kein neues Genmaterial (durch Einkreuzung einer fremden Rasse) zugeführt wird!
  • die Reinzucht des Tollers stellt nach Meinung von Fachtierärzten und nach Ansicht verschiedener Ministerien (Ref. Tierschutz) einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar!

Wir haben deswegen bei unserem Dachverband einen Antrag auf Einkreuzung gestellt und die Notwendigkeit mit mehreren Studien und Gutachten untermauert.

Der VDH hat unseren Antrag auf Einkreuzung (vorerst?) nicht genehmigt. So werden beispielsweise weitere Daten gefordert. Für unseren Verein, als auch für die von uns befragten Experten (Fachtierärzte, Zoologen, Biologen, Ministerien etc.) ist dies absolut unverständlich!

Die vom VDH aufgeführten Argumente und Forderungen sind aus wissenschaftlich-kynologischer Sicht haltlos und werden von Experten unter dem Aspekt des Tier- und Verbraucherschutzes als unverantwortlich gewertet!

Wir haben nach der VDH-Rückmeldung zahlreiche Experten kontaktiert.
In Anbetracht der wissenschaftlichen Studien und den zahlreichen Stellungnahmen erfüllt die Reinzucht des Tollers eindeutig den Tatbestand der Qualzucht gemäß § 11b des Tierschutzgesetzes.

Der Konsens der Fachleute ist, dass unsere Toller in absehbarer Zeit aussterben werden, wenn kein Genfluss durch Einkreuzung erfolgt. Defekte und Krankheiten werden immer stärker zunehmen.

Wir werden die Entscheidung unseres Dachverbandes so nicht hinnehmen und haben einen erneuten Antrag auf Einkreuzung gestellt, den wir hier veröffentlichen möchten.

 

Auszüge des erneuten Antrags auf Einkreuzung an den VDH

Stellungnahme zum Schreiben von Frau Dr. H. Eichelberg (vom 03.05.2010) und erneuter Antrag auf Zuchtversuch beim Nova Scotia Duck Tolling Retriever

 

Sehr geehrte Damen und Herren!

Wie aus dem Schreiben von Frau Dr. H. Eichelberg (03.05.2010) hervorgeht, wurde unser Antrag auf Einkreuzung vom 25.01.2010 leider nicht genehmigt. Diese Entscheidung ist für unseren Verein nicht nachvollziehbar. Die Argumentation und die Forderungen des VDH erachten wir aus wissenschaftlich-kynologischen Aspekten für nicht haltbar und unter dem Aspekt des Tier- und Verbraucherschutzes für unverantwortlich! Wir möchten wie folgt zu dem VDH-Schreiben Stellung beziehen:

Auf unsere Rasse bezogen, gibt es aktuelle wissenschaftliche Studien, die sich mit der genetischen und gesundheitlichen Situation auseinandersetzen. Die Erkenntnisse daraus sind alarmierend und sollten zum Handeln veranlassen! Darüber hinaus liegen 3 Gutachten sowie zahlreiche Stellungnahmen von Experten vor, die ebenfalls eindeutig sind und dringend zur Einkreuzung fremder Rassen raten, um die gesundheitliche und genetische Situation beim Toller zu verbessern. Die Situation ist dramatisch – es geht um den Erhalt unserer Rasse!

Der Toller wird nicht so isoliert gezüchtet, dass im einen Land oder anderen Land (und in dieser oder jenen Linie) ein spezielles Gesundheitsproblem auftaucht. Die Studie von Mäki hat die weltweite Population erfasst, die Studie von Wilbe kann sicherlich als repräsentativ angesehen werden. Diese Arbeiten sind fundierter und aussagekräftiger als irgendeine Datensammlung eines Zuchtvereins. Außerdem sind sie weitaus eher als repräsentativ zu betrachten als Datenerhebungen aus Deutschland. Was die vom VDH geforderte Berechnung von Inzuchtkoeffizienten angeht, so hat Mäki doch bereits alle Arbeit geleistet. Darüber hinaus ist es nicht zielführend (und auch nicht notwendig), wenn wir für unsere kleine Population eine Berechnung auf 5 oder 6 Generationen zwecks Datenanalyse durchführen.
Das was wir anstreben ist ein Zuchtversuch gemäß dem Konzept einer Veredelungskreuzung. Von daher ist eine internationale Ausrichtung (auch insbesondere in den Anfängen im Rahmen des Zuchtversuches) nicht unbedingt erforderlich. Wir verweisen an dieser Stelle auf die Ausführungen von Prof. Sommerfeld-Stur (s. Stellungnahme vom 04.01.2010 / 11.05.2010). Außerdem sind wir verpflichtet, nach deutscher Rechtsgrundlage Tiere zu züchten. Unter diesem Gesichtspunkt darf es uns nur bedingt interessieren, ob andere Toller-betreuende Vereine sich ebenfalls für eine Einkreuzung entscheiden.

Das was Sie von uns fordern ist nicht notwendig, ja sogar unverantwortlich. Unverantwortlich gegenüber den Hunden als auch gegenüber den Welpenkäufern. Die unberechtigte Forderung des VDH, zwecks Kenntnisgewinnung und Analyse weiter Daten zu sammeln (was mit großer Wahrscheinlichkeit zahlreiche kranke Nachkommen zur Folge hat), könnte nach dem Tierschutzgesetz u.U. als Tierversuch gewertet werden.
In Anbetracht der wissenschaftlichen Studien und den zahlreichen Stellungnahmen erfüllt die Reinzucht des Tollers eindeutig den Tatbestand der Qualzucht gemäß § 11b des Tierschutzgesetzes.

Prof. Sommerfeld-Stur (s. Stellungnahme 11.05.2010) zu dem Aspekt Reinzucht des Tollers vs. Tierschutzgesetz/Qualzucht:
“Die Verweigerung der Zustimmung von Einkreuzungen durch den VDH kommt somit genau genommen einem verbandsinternen Zuchtverbot für die Rasse gleich, da bei Reinzuchtwürfen mit einer großen Wahrscheinlichkeit damit gerechnet werden muss dass bei den Nachkommen gesundheitliche Probleme auftreten und das wiederum einen klaren Verstoß gegen das Tierschutzgesetz (Par 11b, Abs. 1) darstellt. Zudem würde ein Züchter damit nicht nur gegen das Qualzuchtverbot verstoßen, er würde auch ein unverhältnismäßig hohes finanzielles Risiko eingehen, da er im Sinne der Produkthaftung für gesundheitliche Probleme, die bei den Nachkommen aus seinen Würfen auftreten, aufkommen müsste.”

 

Da es um den Erhalt der Rasse und um die Beachtung des deutschen Tierschutzgesetzes geht, haben wir Kontakt mit weiteren Experten aufgenommen, denen wir die wissenschaftlichen Studien und die Gutachten vorgelegt haben. Die Statements möchten wir Ihnen (auszugsweise) weiterleiten:

„Bei einer derartigen genetischen Verarmung, die obendrein noch mit dem gehäuften Auftreten von genetisch bedingten Erkrankungen einhergeht, ist die Einbringung von genetischer Variabilität dringend geboten. Bei allen züchterischen Erwägungen um den Erhalt der Rassestandards muss das Wohl der Hunde eindeutig im Vordergrund stehen.“
Dr. Pfenninger (Evolutionsbiologe & Populationsgenetiker) – Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Goethe-Universität Frankfurt/Main

„Sie haben sehr interessante und fundierte Gutachten erhalten. Ich bin kein Genetiker, aber die Vorschläge der Experten scheinen sinnvoll zu sein und sollten befolgt werden.“
Kohn, Barbara, Prof. Dr. Med. Vet. Dipl. ECVIM-CA, Fachtierarzt für Kleintiere (Fachbereich Veterinärmedizin / Klinik und Poliklinik für kleine Haustiere, Freie Universität Berlin) – Mitglied im veterinärmedizinischen Beirat des TCD

TCD e.V.: „Was halten Sie von der Idee der Einkreuzung einer fremden Rasse in einem Projekt, das wissenschaftlich begleitet wird?“
„Das haben die Genetiker, die darin spezialisiert sind, deutlich zum Ausdruck gebracht. Ich kann da nichts hinzufügen.“
Tipold, Andrea, Prof. Dr. med. vet. Dipl.ECVN, Fachtierärztin für Veterinärneurologie
(Klinik für Kleintiere, Fachbereich Neurologie, Tierärztliche Hochschule Hannover) Mitglied im veterinärmedizinischen Beirat des TCD

„Es bleibt Ihnen wohl nichts anderes übrig (…) eine Einkreuzung anderer Hunde ist unausweichlich.“
Dr. S. T. Hertwig, Zoologe, Natural History Museum Bern Vertebrate Animals Department, Head Curator

„Die Hinweise der von Ihnen zitierten Sachverständigen scheinen mir alarmierend zu sein.“
Bundestierärztekammer

„(…) so dass ich keine weitere Stellungnahmen abgeben könnte, die über das bereits gesagte hinaus geht; die theoretischen Wissensgrundlagen sind z.B. in der von Frau Prof. Sommerfeld-Stur verfassten Stellungnahme  aus meiner Sicht erschöpfend dargestellt.“
Prof. Dr. Bruno Streit, Institut für Ökologie, Evolution und Diversität, Goethe-Universität Frankfurt am Main

“It sounds to me that outcrossing is your only answer.”
Prof. Patrick Bateson, Department of Zoology, University of Cambridge

„Wenn diese Studie nicht einen mächtigen Anstoß zur unbedingt nötigen Einkreuzungen gibt, ist dieser Rassehund nicht mehr zu retten. Ich möchte zur Thematik noch bemerken,  dass endloses Zuwarten bei eindeutiger  Sachlage  bei kritischer Betrachtung sowohl gegenüber der Rasse an Qualzucht angrenzt (weil die Problematik nur größer werden kann), als auch die Verpflichtung zur Qualität gegenüber den Abnehmern der Welpen  außer Acht lässt.“
Dipl.Ing. Dr. rer.nat.tech. Hellmuth Wachtel, Mitglied im veterinärmedizinischen Beirat des TCD

„Um die genetische Vielfalt wieder zu verbessern, komme ich in meiner Studie zu dem Ergebnis, dass Einkreuzungen dringend notwendig sind.“
Dr. Katariina Mäki, Executive manager, Society for Canine Genetic Health and Ethics Member, Scientific Breeding Commission of The Finnish Kennel Club, Mitglied im veterinärmedizinischen Beirat des TCD

„Die einzige wirklich zielführende Möglichkeit die Rasse zu erhalten und die gesundheitliche Problematik in den Griff zu bekommen liegt hier in einer Erweiterung der genetischen Varianz durch Immigration. Da die von MÄKI (2009) durchgeführte Studie die gesamte weltweite Population von NSDTR umfasst hat erscheint eine Immigration innerhalb der Rasse nicht zielführend. Als Immigrationspartner müssten somit Tiere aus fremden Rassen in Betracht gezogen werden.“
Univ.Prof.Dr.Irene Sommerfeld-Stur, Institut f. Tierzucht und Genetik, Vet.-med. Universität Wien, Mitglied im veterinärmedizinischen Beirat des TCD

„Ich habe die Beiträge zur Analyse der Ursachen für die gesundheitlichen Probleme des NSDTR mit großem Interesse gelesen und teile auf der Grundlage dieser Informationen Ihre Auffassung, dass ein Zuchtversuch ein sinnvoller Ansatz ist, um der Häufung gesundheitlicher Probleme beim Nova Scotia Duck Tolling Retriever als Folge geringer genetischer Variabilität zu begegnen. Ich denke, dass es Anliegen jeder Rassehundezucht ist und sein muss, dass gesunde Welpen geboren werden. Das ist auch gesetzgeberisch aus dem Staatsziel Tierschutz abzuleiten. Wenn dieses wichtige Ziel über eine Erweiterung der genetischen Basis durch zeitweise Einkreuzung einer anderen Rasse erreichbar ist, sollte dieser Weg konsequent gegangen werden, denn es geht dabei ja auch um den Ruf dieser so interessanten Rasse, der nicht weiter verspielt werden darf. (…) Das wäre im Sinne eines verantwortungsvollen Umgangs mit dieser Rasse und die Erfüllung des Tierschutzes als Staatsziel.“
Dr. Kirsten Tackmann (MdB), Agrarpolitische Sprecherin (Tierärztin), Fraktion DIE LINKE. im Bundestag

„Es ist verboten, Wirbeltiere zu züchten oder durch bio- und genetische Verfahren zu verändern, wenn bei der Nachzucht oder bei den bio- und genetisch veränderten Tieren selbst und deren nachkommen aufgrund vererbter Merkmale mit Leiden, Schmerzen oder Schäden zu rechnen ist.“
CDU-Bundesgeschäftsstelle

„Vielen Dank für die mir zur Einsicht übermittelten Unterlagen. – Nach deren Lektüre komme ich zu dem Schluss, dass tierschutzrechtlich “das Kind bereits in den Brunnen gefallen” ist.“
Prof. Dr. Jörg Luy M.A., Fachtierarzt für Tierschutz, Institut für Tierschutz und Tierverhalten, FB Veterinärmedizin / FU Berlin

„Meine persönliche Einschätzung zum Einkreuzungsprojekt beim NSDT Retriever aus wissenschaftlicher Sicht (mein Forschungsschwerpunkt ist Populationsgenetik, Evolution und Ökologie).
Die Studie von Katarina Mäki ist in einer anerkannten Fachzeitschrift „Journal of Animal Breeding and Genetics“ erschienen. Der Inhalt und die Interpretation der Studie ist wissenschaftlich abgesichert, weiterführende Details kann man in den Zitaten nachlesen. Ich stimme allen Schlussfolgerungen im Statement von Frau Mäki zu.
Die Datenbasis ihrer Studie umfasste ca. 30 000 Individuen, die aus allen weltweit registrierten Zuchtpopulationen stammen und ist somit repräsentativ für den gesamten Genpool dieser Rasse. Trotz der hohen Individuenzahl ist die effektive Populationsgröße winzig (<20). Die effektive Populationsgröße ist entscheidend für die Überlebenswahrscheinlichkeit einer Population. Bei derart niedrigen Werten sagen populationsgenetische Modelle vorher, dass diese Hunderasse in absehbarer Zeit aussterben wird, wenn kein Genfluss von außen erlaubt ist. Defekte und Letalität werden immer stärker zunehmen. Dieser Prozess ist nicht umkehrbar.
Gründlich gelesen habe ich auch die zusammenfassende Stellungnahme von Frau Sommerfeld-Stur. Ich stimme in allen wesentlichen Punkten zu, ohne Genfluss von außen (=Einkreuzung bzw. Immigration) ist der Fortbestand dieser Rasse extrem gefährdet.
Eine Anmerkung zum Schluss: Da es keinen anderen Ausweg als Einkreuzung gibt, müssen Züchter und Käufer akzeptieren, dass strikte „Reinrassigkeit“ langfristig unmöglich ist.“

Zoologin
 

 

Hier auch ein Zitat von Frau Dr. H. Eichelberg aus dem Buch „Hundezucht“:

„Genetische Belastungen, die über 5% hinausgehen, nähern sich fraglos einem alarmierenden Bereich.“ (S. 70)
Die genetischen Belastungen sind beim Toller weitaus höher!

„Steckt eine Rasse wirklich in einer züchterischen Sackgasse, müssen die Zuchtverantwortlichen mit dem berechtigten Vorwurf leben, dass dies das Ergebnis einer langen Kette von Fehlplanungen bzw. züchterischer Planungslosigkeit ist. Der ausweglose Zustand einer Rasse bricht nicht über Nacht ein, er bahnt sich an. Wer darauf nicht reagiert, handelt verantwortungslos.“ (S. 73)
Beim Toller ist es bereits 5 nach 12! Zuchtmaßnahmen innerhalb der geschlossenen Population sind nicht zielführend, eine Einkreuzung ist die einzige Möglichkeit, die Rasse künftig unter tierschutzrechtlichen Bedingungen zu züchten und zu erhalten. Wenn der VDH als Dachverband die Einkreuzung nicht genehmigt, erfüllt er das im Zitat Beschriebene.

An dieser Stelle möchten wir nochmal betonen, dass die Reaktion des VDH für uns als auch für zahlreiche Fachleute unverständlich und nicht akzeptabel ist!

 

Unser Verein hat sich mit diesem speziellen Fall auch insbesondere nach dem VDH-Schreiben vom 3. Mai an die zuständigen Landesministerien (Ref. Tierschutz), das Bundesministerium (Ref. Tierschutz), Tierschutzorganisationen, die Tierschutzbeiräte der Länder, an die Presse und an die Politik gerichtet. Im Sommer wird es speziell über diesen Fall und dessen Entwicklung eine ausführliche Berichterstattung in einer renommierten Hundezeitschrift geben. Mehrere Redaktionen zeigten sich an diesem Thema sehr interessiert. Unser Verein wird diese Form der Öffentlichkeitsarbeit nutzen – und zwar mit einer offenen, transparenten, und wissenschaftlich fundierten Darstellung.

Auch die Politik zeigt sich an der Situation und der Entwicklung interessiert. Verschiedene Parteien haben bereits parlamentarische Initiative ergriffen und konkrete Anfragen bei der Bundesregierung gestellt.

Die im Folgenden zitierten Auszüge der Rückmeldungen verschiedener Landesministerien (Ref. Tierschutz) sollten zu Denken geben:

„Aus meiner persönlichen Sicht ist die Position des VdH nicht nachvollziehbar.
Als Alternativen zur Verbreiterung der genetischen Basis bleibt angesichts der geschilderten Lage eigentlich nur, die Rasse zu Grabe zu tragen oder einen (möglichst wissenschaftlich begleiteten) Rettungsversuch außerhalb des VdH zu unternehmen. Eine Weiterzucht ohne wesentliche Verbesserung der genetischen Basis erscheint unter dem Gesichtspunkt des Tierschutzes angesichts des Ausmaßes der Inzucht und der geschilderten gesundheitlichen Probleme unverantwortlich.“

„Wir haben die Gutachten mit Interesse gelesen und begrüßen Ihre Absicht, den Genpool des NSDT durch eine gezielte Einkreuzung von Hunden anderer Rassen zu erweitern.
Ich kann mir vorstellen, dass Ihnen diese Entscheidung nicht leicht gefallen ist und dass die Züchter des NSDT diesen Schritt ggf. nicht immer befürworten. Dass die Gesundheit der Hunde bei einer verantwortungsvollen Zucht immer im Vordergrund stehen sollte, ist aber sicher bei den Züchtern des NSDT unstrittig. Auch das Tierschutzgesetz verbietet die Zucht von Wirbeltieren, wenn damit gerechnet werden muss, dass bei den Nachkommen zuchtbedingt Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten. Da offenbar keine anderen Möglichkeiten bestehen, die in den Gutachten angesprochenen Defekte zu vermeiden, sollte im Sinne der Hunde (und der zukünftigen Welpenkäufer) die geplante Einkreuzung von Hunden anderer Rassen versucht werden.“

„Vielen Dank für Ihre ausführliche Darstellung der Inzuchtprobleme Ihrer Rasse. (…) bin ich über die Haltung des VDH erstaunt; sie stellt – wie auch Frau Professor Sommerfeld-Stur festgestellt hat – ein faktisches Zuchtverbot dar.“

 

Mittlerweile liegen uns, diesen Fall betreffend, weitere Gutachten/Stellungnahmen von Universitätskliniken und Fachtierärzten zur Situation und zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes vor. Abhängig von der weiteren Entwicklung werden wir die Durchsetzung eines Qualzuchtverbotes im Sinne des Tierschutzes, dem sich eigentlich auch der VDH verschrieben hat, anstreben und unterstützen.

Mit Verweis auf das dringend notwendige Einkreuzungsprojekt möchten wir folgendes Zitat aus dem “Gutachten zur Auslegung von § 11 b des Tierschutzgesetzes (Verbot von Qualzüchtungen)” aufführen: „Man kann eine Tierart oder Rasse züchterisch nur richtig betreuen, wenn man die Grundzüge der Genetik einschließlich der Populationsgenetik kennt und anzuwenden bereit ist.“

In diesem Sinne kann man unserer Rasse nur das Beste wünschen!

Wir stellen hiermit einen erneuten Antrag auf Zuchtversuch wie in unserem Schreiben vom 25.01.2010 / 18.03.2010 dargelegt.

Mit freundlichen Grüßen,

die Vorstandschaft des TCD e.V.

Alexander Däuber
1. Vorsitzender
Vorsitzender der Zuchtkommission

 

 

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Stellungnahme Prof. Sommerfeld-Stur nach VDH-Rückmeldung         Download

Stellungnahme "Deutscher Tierschutzbund e.V."     Download

 

 

 

Weitere Downloads & Links zum Thema

 

Gutachten zur gesundheitlichen und genetischen Situation beim Toller

 

Prof. I. Sommerfeld-Stur   Download

Dr. H. Wachtel  Download

Dr. K. Mäki    Download

 

 

BBC-Reportage „Pedigree Dogs Exposed“  (deutsche Version)

Teil 1-4

http://vids.myspace.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&VideoID=104026540

http://vids.myspace.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=104004716

http://vids.myspace.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=104023739

http://vids.myspace.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=104001360

 

BBC-Reportage „Pedigree Dogs Exposed“ (englische Version)

http://vids.myspace.com/index.cfm?fuseaction=vids.individual&videoid=44215931

 

Wikipedia Artikel zu „Pedigree Dogs Exposed“:

http://de.wikipedia.org/wiki/Pedigree_Dogs_Exposed

 

Zuchtprogramm des Genetikers Dr. Bruce Cattanach:

http://www.steynmere.com/GENETICS.html

 

Prof. Sommerfeld-Stur / Hundezucht, Genetik:

http://www.sommerfeld-stur.at/home

 

 

            © Alexander Däuber

 

 

 

Literatur:

 

Eichelberg, H. (Hrsg.): Hundezucht – Erfolgreich züchten auf Gesundheit, Leistung und Aussehen. Franckh-Kosmos Verlag.

 

Mäki, K.: Pedigree-based genetic diversity of worldwide Nova Scotia Duck Tolling Retriever and Lancashire Heeler dog populations.

 

Wachtel, H.: Hundezucht 2000. Kynos Verlag.

 

Wibe, M. et al.: MHC class II polymorphism is associated with a canine SLE-related disease complex. Springer-Verlag 2009, Immunogenetics, S. 558-564